Tierrechtsnetzwerk Nandu
Berlin, 21. September 2009
Kalbsleid - Die Milch macht’s
Protest gegen Milch anlässlich des Weltmilchgipfels
Aktive des Netzwerks Nandu protestierten anlässlich des Weltmilchgipfels gegen die Haltung von Tieren in der Milchwirtschaft. Vor dem Konferenzgebäude wiesen die AktivistInnen am Montag Mittag auf die zwangsläufigen Folgen der Milchproduktion hin: Permanente Erkrankungen wie Euterentzündung und Knochenschwund, regelmäßige Zwangsbesamung der Kühe, Trennung der Neugeborenen von ihren Müttern und für alle Tiere der industrielle Tod im Kindes- oder Jugendalter.
“Tiere werden in der Milchwirtschaft grausam als reine Maschinen benutzt”, sagte Julia Schneider Gaskin von Nandu. “Und das für ein Produkt, das uns die Milchindustrie nur mit großem Werbeaufwand als gesund und unabdingbar verkaufen kann.” Das Gegenteil sei der Fall. Kein anderes Tier trinke die Muttermilch einer anderen Spezies, noch dazu im Erwachsenenalter. “Und auch der Mensch ist darauf natürlich nicht angewiesen”, so Schneider Gaskin weiter, was weltweit Millionen gesunde VeganerInnen und immer neue wissenschaftliche Studien belegten. “Fragen Sie die Milliarden laktoseintoleranten und milchallergischen Menschen, ob es ihnen ohne Milch nicht plötzlich viel besser ging”, sagte Julia Schneider Gaskin.
“Die Milchindustrie ist wie jeder andere Wirtschaftszweig rein auf Profit ausgelegt”, ergänzte Aktivist Erasmus Müller. “Was die Bäuerinnen und Bauern derzeit schmerzlich von den Konzernen erfahren, erleben in noch viel direkterer Form die sogenannten Milchkühe seit eh und je: Wo sich den Mächtigen nichts entgegenstellt, wird selbstverständlich ausgebeutet.” Das Individuum zähle nur als Mittel zum Profit, so Erasmus Müller. “Ob das die Kühe in ihren Buchten sind oder die geblendeten VerbraucherInnen an der Milchtheke - beide müssen ihre Rolle im sinnlosen System Milch spielen, um den Gewinn der heute versammelten Milchkonzerne sicherzustellen.”
Der Weltmilchgipfel, zu dem sich jährlich die Eliten der globalen Milchindustrie treffen, findet in diesem Jahr vom 20. - 24. September in Berlin statt.
Nandu ist ein Netzwerk politisch Aktiver, das das heutige Mensch-Tier-Verhältnis in Frage stellt. Durch kreative Aktionen und mit Respekt gegenüber Andersdenkenden möchte Nandu eine breite gesellschaftliche Debatte anregen. Für Nandu als Teil der emanzipatorischen Bewegungslandschaft spielen soziale und ökologische Fragen natürlich eine ebenso große Rolle wie der menschliche Umgang mit anderen Tieren.
